Wenn 25 Turnerinnen und Turner an einem Freitagabend gemeinsam ins Berner Oberland aufbrechen, dann ist klar: Das Wochenende wird nicht langweilig. Schon die Anreise bot den ersten Höhepunkt. Während die meisten Autos brav den gut signalisierten Strassen folgten, entschied sich Bruno W. spontan für eine alternative Route via Spiez. Ob aus Abenteuerlust, Orientierungsschwäche oder blindem Vertrauen in sein inneres Kompassgefühl – darüber schweigt die Geschichte. Zum Glück sassen zwei aufmerksame Jungturner im Auto, die nach einem kurzen, aber spürbaren Umweg höflich darauf hinwiesen, dass Grindelwald nicht ganz in dieser Richtung liegt. Der Fahrer nahm’s sportlich, die Gruppe mit Humor, und so kamen schliesslich alle wohlbehalten an.
In der Eiger Lodge in Grindelwald-Grund wurden die Zimmer, nach kurzer Parkier-Situationsanalyse, bezogen, bevor sich die Gruppe aufteilte: Die einen machten sich auf ins Dorf, bereit für den Ausgang, während eine kleinere, gemütlichere Delegation den Abend mit einheimischem Bier in der Lodge-Bar einläutete.
Der Samstag begrüsste uns mit immer dichter werdendem Schneefall, der sich bis Sonntagmorgen hartnäckig halten sollte. Bereits im Ski-Outfit stiessen die letzten beiden Turner aus dem Unterland zur Gruppe – Gregi und Jann. Dank der neuen V-Bahn, der modernsten 3S-Bahn der Welt, schwebten wir direkt zur Station Eigergletscher hoch. Die Fahrt war beeindruckend, die Sicht oben dann eher theoretisch. Dichte Wolken, Wind und Schneeflocken in Hülle und Fülle sorgten dafür, dass man die Pisten eher erfühlte als sah. Die Abfahrten wurden zum Erlebnis, die Orientierung verlangte Kreativität, und die Oberschenkel meldeten sich schon nach wenigen Minuten mit deutlichen Hinweisen auf ihre Belastungsgrenze.
Mit mehr oder weniger vielen Pistenkilometer in den Beinen kamen wir zu Mittag gruppenweise auf dem Eigergletscher an und fügten uns wieder zu einer ganzen Truppe zusammen. Die Mittagspause bot eine willkommene Erholung, auch für die ganz arrivierten Skifahrer, welche sich erneut in die Schneemassen wagten. Am Nachmittag wurde der Schneefall noch dichter, doch das hinderte uns nicht daran, das Beste aus dem Tag zu machen. Après-Ski durfte natürlich nicht fehlen, und so fanden wir uns später alle zusammen in der berühmt berüchtigten Schürlibar ein. Dank gezielt pünktlichem Eintreffen der ersten Splittergruppe, sicherten wir uns einen trockenen Platz unter dem Zelt. Im Nachgang entschied mehr oder weniger die Vernunft oder die einbrechende Dämmerung über den Zeitpunkt der Talfahrt, welche alle tadellos überstanden. Nach kurzem Frischmachen galt es vor dem grossen Ansturm im Dorf oben anzukommen um sich einige der begehrten Restaurantplätze zu sichern. Für die in dieser Beziehung weniger glücklichen Personen reichte es zum verdienten Döner am Take away-Stand. Ob Schnellimbiss oder Curry im «Bebbis», eines blieb sich gleich – der Ausklang vom Abend fand wiederum in der Disco Mescalero statt.
Der Sonntagmorgen brachte eine kleine Überraschung: kurze Aufhellungen. Für ein paar Minuten zeigte sich sogar ein Stück blauer Himmel. Einige nutzten die Gelegenheit für Fotos, die beweisen sollten, dass es tatsächlich Licht gab. Ob es die durchblickende Sonne war oder doch etwas anderes, wir wissen es nicht. Drei Turnerinnen machten sich auf und folgten den noch unberührten Pisten. Leider hatte das alleinige befahren der Piste auch einen Grund, denn unten wurde der Lift erst gerade in Betrieb genommen. Die kurze Wartezeit erschreckte die kleine Rennfahrergruppe jedoch nicht und lud schon fast dazu ein, doch noch die legendäre Lauberhorn-Abfahrt zu bezwingen. Da der Schneefall auch bis nach Wengen vorgedrungen war, wurde die Abfahrt zum Tiefschneeerlebnis, und so wurden die mutigen Damen unten im Ziel angekommen, gleich mal eingespannt den Liftzugang freizuschaufeln. Noch etwas uneins, ob das Wetter nun besser oder doch wieder schlechter werden sollte, kämpften sich alle TurnerInnen zum Mittagstreffpunkt vor.
Zum Mittagessen trafen wir uns nämlich dieses Mal auf dem Männlichen. Nach dem obligaten Gruppenfoto, welches, mangels Lichts draussen, im Innern vom Restaurant stattfand, traten wir die Heimreise an – müde, zufrieden und mit dem guten Gefühl, trotz widrigster Bedingungen ein grossartiges Weekend erlebt zu haben. Die letzte Abfahrt verlangte uns dann nochmals alles ab, ausser man entschied sich die Gondelfahrt auch mal talwärts zu geniessen.
Grindelwald 2026 war vielleicht nicht sonnig, aber definitiv unvergesslich, denn auch beim dritten Anlauf war unser Aufenthalt im Berner Oberland den Wetterlaunen ausgeliefert.
Ein herzliches Dankeschön an alle 27 Teilnehmenden für die gute Laune, die Ausdauer und die vielen kleinen Momente, die dieses Wochenende besonders gemacht haben. Vielen Dank an Vera für die perfekte Organisation, die stetige Übersicht und die vorausschauende Planung.
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