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Männerriegenreise 2016 nach Mannenbach - Arbon

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Am 9. September 2016 war es wieder so weit, die Männerriegler aus Hausen a.A. trafen sich auf dem Chratz zu ihrer traditionellen Reise. Acht nicht mehr ganz so junge Männer waren pünktlich um 07.45 Uhr vor dem Bus, der mit unserem Fahrer Albert Staub schon wartete. Die nächsten Mitreisenden wurden in Rifferswil aufgeladen. Unser Präsi, Ruedi Grob, wollte sich nicht in eine Blechbüchse zwängen, und er musste am nächsten Morgen früh zurückfahren, deshalb war er mit seinem Töff da. In Mettmenstetten wartete noch unser letzter Teilnehmer am Strassenrand, es war Erich Rüfenacht.

Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrzeit erreichten wir unser erstes Ziel, nämlich das Restaurant Traube in Müllheim, wo Kaffee und Gipfeli auf uns warteten.
Schon bald hiess es abmarschieren, denn eine längere Wanderung zum Haidenhaus in Salen Reutenen lag vor uns. Kurze Zeit später verliessen wir das Dorf und stiegen stufenweise hoch zum Seerücken (300 Höhenmeter). Das Wetter war schön, sehr warm aber diesig, so dass wir das Säntismassiv nicht zu Gesicht bekamen. Teilweise verlief der Wanderweg im Wald, aber grössere Strecken lagen an der Sonne. Unsere „Agrofraktion" hatte viel zu Staunen, unter anderem schöne, gepflegte Bauernhöfe, sauber gemähte Wiesen unter Hochstammobstbäumen, die voller Früchte waren, etc. Auch grosse Äcker gab es zu untersuchen. Nicht immer herrschte Einigkeit darüber, welche Rüben nun im Acker wuchsen, Zuckerrüben oder Futterrüben. Auch Felder mit Sojabohnen und Aronjabeeren waren zu bestaunen.
Nach knapp drei Stunden, die Wanderung dauerte etwas länger als vorgesehen, weil einige Wanderer etwas Mühe hatten, erreichten wir das Haidenhaus. Den Apero genehmigten wir uns im Garten unter grossen Bäumen. Ruedi Grob und Albert Staub, die einen Bekannten aus Wädenswil getroffen hatten, erwarteten uns schon. Erich Rüfenacht gab schon vor dem Mittagessen die ersten Witze zum besten.
Zum Mittagessen, das wir im inneren des Restaurants einnahmen, gab es Schweinscarrebraten, Gemüse und Kartoffelgratin oder Nudeln. Es war ausgezeichnet. Einige Teilnehmer hatten noch nicht genug, weshalb sie auch noch einen Dessert vertilgten.
Nach rund zwei Stunden Pause nahmen wir das letzte Teilstück unserer Wanderung nach Steckborn unter die Füsse. Wir durchquerten einen wunderschönen Wald, indem wunderschöne, grosse und gerade Tannen und Buchen wuchsen. Eine wahre Freude. Schon bald ging es ziemlich steil nach unten in Richtung Untersee.
Im Restaurant Frohsinn, direkt am See gelegen, stillten wir unseren Durst, bevor wir uns mit dem Bus auf den Weg zu unserem Hotel, zum Seehotel Schiff in Mannenbach, machten. Das Hotel ist wunderschön und direkt am See gelegen. Nach dem Zimmerbezug, einer Dusche und mit frischen Kleidern versehen, trafen wir uns schon bald auf der Terrasse zum Apero. Bei einem Glas Weisswein, bei einigen noch ein Stumpen, und schon wurde wieder diskutiert und alte Geschichten erzählt.
Um 19.00 Uhr nahmen wir das Nachtessen auf der Terrasse vor dem Haus mit Blick auf den See ein. Grüner Salat, Stroganoff mit Nudeln sowie roter und weisser Arenenberger wurden serviert. Verschiedene Desserts wurden ebenfalls verzehrt. Schon bald wurde wieder geraucht, diskutiert, Witze erzählt und einige begannen auch noch zu jassen. Zirka um 23.00 Uhr suchten die ersten ihr Zimmer auf. Die Jassrunde löste sich erst um Mitternacht auf.
Am nächsten Morgen trafen wir uns kurz vor acht zum reichhaltigen Frühstück. Ruedi Grob war vor mehr als einer Stunde schon nach Hause gefahren.
Um 09.00 Uhr stiegen wir in unseren Bus und fuhren nach Arbon. Beim Schwimmbad angekommen, schlenderten wir zum Saurer-Museum, wo uns Herr Bär erwartete, denn wir hatten eine Führung im Bereich Fahrzeuge gebucht. Er fragte uns, ob wir auch Interesse an Textilmaschinen hätten, er könne uns eine kurze Führung organisieren. Wir freuten uns alle darauf.
Zuerst informierte uns Herr Bär über die Geschichte der Firma Saurer von den Anfängen bis heute. In den 60-er Jahren arbeiteten mehr als 4500 Angestellte im Bereich Fahrzeugbau, Webmaschinen und Stickmaschinen bei Saurer in Arbon, heute sind es noch 120. 1983 verliess der letzte Zivillastwagen, 1987 der letzte Militärlastwagen die Firma und kurze Zeit später der letzte Webstuhl. Nur noch der Stickereimaschinenbau blieb übrig, wo die Firma damals wie heute weltweit führend ist.
Zuerst zeigte uns ein ehemaliger Webmeister die verschiedenen, von Saurer entwickelten Webmaschinen und erklärte uns deren Arbeitsweise bei laufender Produktion. Man merkte, das ist seine Passion. Schon gewaltig, welch eindrückliche Maschinen mit Hilfe der Mechanik schon um 1900 gebaut wurden. Ein Detail verblüffte, die Schiffchen, die mit dem Faden hin- und her geschossen werden, wurden bis in die 80-er Jahre aus einem tropischen Holz hergestellt. Es wurde gewässert und unter hohem Druck zusammengepresst und so verfestigt. Die Geschwindigkeit eines Schiffchens betrug damals bis zu 30km/h und es musste in Sekundenbruchteilen gestartet und wieder abgebremst werden.
Dann wechselten wir die Sparte, d.h., wir betraten den Saal mit den Stickmaschinen, wo uns ein ehemaliger Sticker in Empfang nahm. Das älteste Modell einer Handstickmaschine, das im Museum zu sehen ist, wurde 1888 erstmals gebaut und verkauft. Der Sticker sass vor einer 6-fach vergrösserten, um 180° gedrehten Zeichnung und musste für jeden Stich den entsprechenden Punkt auf der Zeichnung anvisieren und dann den Stich auslösen. Im Saal konnte man die Entwicklung der Saurer-Stickmaschinen bis in die 80-er Jahre verfolgen.
Schon in den 40-er Jahren wurden die Stickmaschinen mit Lochkarten gesteuert, was eigentlich eine Vorstufe der digitalen Steuerung ist. Um die Befehle der Lochkarten auf die Stickmaschine zu übertragen, war ein unheimlich kompliziertes Getriebe notwendig, das in der eigenen Werkstatt erfunden und gebaut wurde. Die Theorie dazu wurde erst später entwickelt. Die neuesten, digital gesteuerten Maschinen sind im Museum noch nicht zusehen.
Zum Abschluss der Führung landeten wir noch im Bereich Fahrzeuge. 1897 wurde das erste Auomobil mit Petroleummotor und Kettenantrieb gebaut. Ab 1903 wurde der Bau von Nutzfahrzeugen aufgenommen. 1908 wurde der erste Dieselmotor zusammen mit Diesel entwickelt, konnte aber noch nicht in Fahrzeuge eingebaut werden. Der erste für den Fahrzeugbau brauchbare Dieselmotor wurde ab 1928 in Arbon gebaut. Bis in die 80-er Jahre war Saurer weltführend im Bau und Entwicklung von Dieselmotoren.
Im Museum steht fast jedes je gebaute Modell. Dazu gehören Militärfahrzeuge wie der 4x4, der 2DM, Feuerwehrautos, ein ehemaliges Postauto der VBZ, sowie ein wunderschönes, altes, gelbes Postauto, das auch heute noch ausfahren darf.
Nach einem herzlichen Applaus verabschiedeten wir uns nach etwas mehr als zwei Stunden und fuhren zum Strandbad, wo für uns 4 Tische auf der wunderschönen Terrasse reserviert waren, zwei für Herr Steiner, zwei für Herr Tanner. Wir hatten also mehr als genug Platz.
Zuerst offerierte uns Albert Staub einen Apero, hatte er doch an diesem Tag Geburtstag. Herzliche Gratulation. Weil es ein Selbstbedienungsrestaurant ist, war jeder Teilnehmer selber für sein Essen verantwortlich. Wir genossen knapp zwei Stunden bei sehr angenehmen Temperaturen und einem ganz lauen Lüftchen.
Um zwei stiegen wir wieder in unseren Bus und fuhren zum Arboner Hafen, wo wir keinen Parkplatz fanden, also zurück ins Städtchen. Eine kleine Stadtführung von Fredy und Charlie stand an, denn beide sind in Nachbargemeinden von Arbon, Frasnacht und Steinach, aufgewachsen.
Stadthaus, Saurerwerk I, Schloss, St. Martinskirche, Überreste des Kastells von Arbor Felix, Quaianlagen, Rathaus, Römerhof und Schädlerturm waren unsere Stationen. Nach der Hälfte des Rundganges verliess uns Heinz Schwarz, denn er konnte seinem Laster nicht mehr frönen, weshalb er dringend einen Stumpen suchte und das halbe Städtchen unsicher machte. Schweisstriefend landete er beim Bier, wo wir ihn via Telefon wegholten, denn alle warteten schon beim Bus auf ihn.
Wir erfuhren allerlei interessantes über Arbon. Schon 3380 v.Chr. siedelten die ersten Menschen in einer Jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlung in der Nähe. Um das Jahr 250 bauten die Römer das Kastell Arbor Felix, dessen Grundmauern im Osten noch zu sehen sind. 612 kamen die Irischen Mönche Kolumban und Gallus nach Arbon, wo schon eine christliche Gemeinde lebte. Gallus blieb in der Nähe und gründete in der Steinachschlucht die Einsiedelei St. Gallen.
Etwa um das Jahr 700 wurde der Grundstein zum heutigen Schloss auf den Überresten des Kastells gebaut, 1518 erhielt es das heutige Aussehen. Im 13. Jahrhundert baute man eine Stadtmauer mit Wehrgang und einem Graben. Im 15. Und 16. Jahrhundert wurden auf der Stadtmauer Bürgerhäuser errichtet, die heute noch mit den Überresten der Stadtmauer zu sehen sind.
Um 1700 liessen sich Süddeutsche Leinwandhändler nieder. Stattliche Bürger- und Geschäftshäuser entstanden in der heutigen Altstadt.
1803 kam Arbon zum Kanton Thurgau. Im gleichen Jahr kaufte Franz Stoffel das Schloss und gründete die erste Seidenbandweberei mit bis zu 200 Angestellten. Die Industrialisierung hatte Arbon erreicht. 1863 liess sich Franz Saurer von St. Gallen kommend ebenfalls in Arbon nieder und baute eine moderne Eisengiesserei. 1888 verliess die erste Handstickmaschine seine Werkstatt. Webstühle und Automobile sollten folgen.
Schon um das Jahr 1900 hatte Arbon 10'000 Einwohner, im Jahre 1844 waren es noch deren 660. 1902 kam es infolge einer grossen ausländischen Minderheit, misslichen Arbeits- und Wohnverhältnissen zu Unruhen mit mehreren Toten. 1911 fand ein Sozialistenkongress mit über 8000 Teilnehmern statt. Von 1920 – 1954 wurde das „Rote Arbon" von einer sozialdemokratischen Mehrheit regiert.
Zwischen 1950 und 1963 wurden die Quaianlagen aufgeschüttet und das Neue Schwimmbad eröffnet.
Heinz liess sein Bier stehen und kam so schnell er konnte zum Bus. Nun fuhren wir nach Fimmelsberg zum Restaurant Frohsinn, das östlich von Frauenfeld liegt. Das Restaurant gehört einem Cousin von Fredy. Hier verköstigten wir uns zum letzten Mal. Drei riesige Fleischplatten warteten darauf verzehrt zu werden, was uns fast nicht gelang.
Nach einer guten Stunde verabschiedeten wir uns und nahmen den Heimweg unter die Räder.
Ein herzliches Dankeschön für die Organisation der interessanten und schönen Reise an Fredy und Charlie.

Der Oberturner
Karl Tanner